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„Flüchtlinge“ – Plädoyer für eine diskriminierungsfrei(er)e Sprache
#1

„Flüchtlinge“ – Plädoyer für eine diskriminierungsfrei(er)e Sprache

Kennen Sie Flüchtlinge, Raucher, Mörder und Huren?

Wirklich?

Ist jemand, dessen Eltern mit ihm vor 50 Jahren aus dem Kongo geflohen sind, ein „Flüchtling“?

Ist jemand, der mit 16 mal eine Zigarette geraucht hat, ein „Raucher“?

War eine Frau, die mit 80 Jahren ihren Ehemann erschlagen hat, weil er ihren Hochzeitstag vergessen hatte, ihr Leben lang eine „Mörderin“?

Darf man auf den Grabstein einer Frau, die sich mit 25 eine Woche lang prostituiert hatte, „Prostituierte“ schreiben?

Was ist mit den Kindern, die vorgenannte Personen mit 20 geboren/gezeugt haben?

Sind das alles „Flüchtlings-, Raucher-, Mörder- und Hurenkinder“?

Haben sie einen „Migrations-, Raucher-, Mord- und Prostitutions-Hintergrund“?

Spätestens bei den beiden letzten Fragen merkt man, jedenfalls sollte man es merken, dass mit der gewählten Begrifflichkeit irgendetwas nicht stimmt.

Die „Lösung“ ist ganz einfach.

1. Wir brauchen einen Begriff, der jemanden als Handelnden beschreibt.

Z.B.:

- Fliehender
- Rauchender
- Mordender
- Prostituierender

2. Wir brauchen einen Begriff, der jemanden beschreibt, der eine bestimmte Handlung ausgeführt hat.

Z.B.:

- Geflohener
- Geraucht Habender (von mir aus „Ex-Raucher“)
- Gemordet Habender
- Jemand der sich - irgendwann in seinem Leben mal - prostituiert hat. (Ex-Prostituierte/r)

3. Auf die – meist „schwammig“ gebrauchten – Begriffe / „Etiketten“ / „Schubladen“

- „Flüchtling“
- „Raucher“
- „Mörder“
- „Prostituierte/r“

sollten und können wir verzichten.

Wenn man an die „Lehrlinge“ und die „Schwerbeschädigten“ / „Schwerbehinderten“ denkt, aus denen inzwischen „Auszubildende“ und „schwerbehinderte Menschen“ geworden sind, ist der sorgfältig(er)e Umgang mit Begriffen im Übrigen nichts Neues.
Alle meine Beiträge im Querdenkerforum können gerne unter Angabe der Quelle weiterverbreitet werden. (CC BY-SA 3.0)
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„Flüchtlinge“ – Plädoyer für eine diskriminierungsfrei(er)e Sprache - von Helmut Krause - 26.01.2016, 16:11

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