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Soziale Bewegung
#1

Soziale Bewegung

Typenbildung nach Moyer

Das von Bill Moyer entwickelte Konzept des Movement Action Plan (MAP) beschreibt einen idealtypischen Verlauf von sozialen Bewegungen, die an konkreten gesellschaftlichen Mißständen angreifen. Dieser unterscheidet 8 verschiedene Phasen, jeweils zugeordnet zu vier Abschnitten der öffentlichen Wahrnehmung bzw. der Entwicklung des zugrunde liegenden Problems:

* A. Stabiler Staat

1. Normale Zeiten

* B. Aufbau von Unruhen im System

3. Bedingungen reifen
4. Bewegungsstart wird durch ein auslösendes Ereignis eingeleitet

* C. Anerkennung als öffentliches Problem

5. es kommt zu Krisen und Misserfolgen
6. trotzdem erfolgt parallel dazu schon eine massive öffentliche Unterstützung</nowiki>

* D. Durchbruch

7. der Erfolg stellt sich ein
8. der Kampf wird fortgesetzt

Des weiteren unterscheidet Moyer verschiedene Rollenträger in sozialen Bewegungen: Reformer/ Reformerinnen, Rebellen/Rebellinnen, aktive Bürgerinnen und Bürger, AktivistInnen für einen sozialen Wandel, die in den unterschiedlichen Phasen jeweils verschieden agieren, sich ergänzen, unterstützen, teilweise aber untereinander in Konflikt geraten. Für die letzten Phasen, Erfolg und Fortsetzung des Kampfes, übernehmen beispielsweise die Rollenträger ReformerInnen Plätze in der etablierten Bürokratie oder in professionellen Lobbyorganisationen. Dies läßt sich anhand der Vielfalt professioneller Strukturen im Gefolge aller sogenannter neuer Sozialer Bewegungen gut aufzeigen: Im Gefolge der Friedensbewegung zahlreiche meist international ausgerichteter Organisationen mit Kontakten und Kooperation bis in die Ministerien (Entwicklungshilfe, Ziviler Friedensdienst, Versöhnungsarbeit, internationale Freiwilligendienste, internationale Workcamps, Programme zur Gewaltprävention an Schulen, ...). Im Anschluß an die Ökologiebewegung Organisationen wie Greenpeace, Robin Wood, aber auch die Ökodorf-Bewegung, bis hin zu den Grünen als ehemals gewaltfreie, ökologische und basisdemokratische Partei. Dieser Vorgang wird in der Nachfolge der 68er-Bewegung als "der lange Weg durch die Institutionen" bezeichnet; die die Sichtweise von Moyers Ansatz macht ihn dagegen als normalen Teil erfolgreicher sozialer Bewegungen kenntlich.

Auch wenn Moyer und andere den Movement-Action-Plan im Zusammenhang mit der gewaltfreien Bewegung entwickelt haben, ist er als Analyseinstrument auch auf ganz anders gelagerte soziale Bewegungen gut anzulegen. Der Bezug auf Gewaltfreie Bewegung, dem Graswurzelprinzip, bzw. dem Konzept Graswurzelrevolution ergibt sich aus der Einsicht, dass sozialer Wandel nicht einfach von oben machbar ist, sondern auf eine Basis bei der normalen Bevölkerung angewiesen ist. Zitiert wird hierbei auch der Satz:

"Die Macht kommt von unten." (Michel Foucault 1976 in: Der Wille zum Wissen. Sexualität und Wahrheit 1)

Als zentrales Movens sozialer Bewegungen beschreibt Moyer den Kampf um diese Basis:

"Die entscheidende Aufgabe für die sozialen Bewegungen ist... der Kampf zwischen der Bewegung und den Herrschenden um die Herzen (die Sympathie), die Köpfe (die öffentliche Meinung) und die aktive Unterstützung durch die Mehrheit der Bevölkerung" (Bill Moyer). ...


Quelle: Wikipedia: Soziale Bewegung > Typenbildung nach Moyer
Alle meine Beiträge im Querdenkerforum können gerne unter Angabe der Quelle weiterverbreitet werden. (CC BY-SA 3.0)
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Soziale Bewegung - von Helmut Krause - 06.08.2008, 15:05

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