Heute wird unter
Zivilcourage das Auftreten gegen die herrschende
Meinung verstanden, mit dem der Einzelne, ohne Rücksicht auf sich selbst, soziale
Werte oder die Werte der Allgemeinheit vertritt, von denen er selbst überzeugt ist.
Nach Gerd Meyer ist Zivilcourage „ein spezifischer Typus sozialen Handelns, das sich in spezifischen Situationen, in unterschiedlichen sozialen Kontexten, und Öffentlichkeiten vollzieht, indem eine Person (seltener eine Gruppe) freiwillig eintritt für die legitimen, primär nicht-materiellen Interessen und die personale Integrität vor allem anderer Personen, aber auch des Handelnden selbst, und sich dabei an humanen und demokratischen Prinzipien orientiert.“ (
Gerd Meyer et. al: Zivilcourage lernen.)
In westlich orientierten
Gesellschaften zeigt derjenige Zivilcourage, der die
Wertorientierungen der jeweiligen Gesellschaften, wie z. B. die „
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“, offen und ohne Rücksicht auf eigene Nachteile vertritt. Dies erfordert Mut, da derjenige, der Zivilcourage zeigt, möglicherweise mit
Repressionen durch Autoritäten, Vertreter der herrschenden Meinung oder sein soziales Umfeld zu rechnen hat. Als zivilcouragiert gelten auch
Whistleblower, d.h. Individuen, die Fehlverhalten innerhalb von Institutionen und insbesondere Firmen aufdecken.
Quelle:
Zivilcourage